Nachfolge (7)
Eine andere Welt
Ich glaube, dass eine andere Welt möglich ist, dass eine gerechte Verteilung der Güter und eine Erde ohne Krieg möglich ist. Dass ein Wirtschaften möglich ist, dass der Befriedigung von Grundbedürfnissen dient, und ein ganz neues Miteinander von Frauen und Männern, von Kindern und Erwachsenen, von Flüchtlingen und Einheimischen, von Kranken und Gesunden, von Armen und Reichen.
Aber Umkehr und gesellschaftliche Veränderungen werden nie wirklich tief greifen, wenn wir sie nur von anderen – von Regierenden, von Konzernchefs, von Wirtschaftskapitänen, von Bischöfen – erwarten, ohne uns selber um den Willen Gottes oder wenigstens um das zu mühen, was weniger falsch ist.
Dass das Ganze mitunter an den Kampf zwischen David und Goliath erinnert, ist schon klar. Aber was bleibt denn anderes übrig? Und wer von den beiden am Schluss obenauf war, wissen wir ja auch.
Nachfolge beginnt mit Wünschen und mit Träumen. Mit den Träumen von dem, wie es sein soll. Und Nachfolge beginnt mit Schmerz. Mit dem Schmerz, dass es noch nicht so weit ist und die biblischen Verheissungen immer noch nicht eingelöst sind.
Und Nachfolge beginnt mit dem Teilen unserer Träume und unseres Schmerzes, um daraus Kraft zum Hinstehen und Handeln zu schöpfen. Und zu einem einfachen Leben, das erst verfügbar macht für eine neue menschliche Gemeinschaft.
Jacqueline Keune
