Glauben auf den Punkt gebracht (7)
Das „Prinzip und Fundament“, das wir in dieser Woche meditiert haben, bringt den Glauben an den Gott der Bibel auf den Punkt. Ignatius formuliert darin die Handlungsanweisung, die daraus folgt, wenn Gott für einen Menschen wirklich Gott geworden ist. Gott ist die alles bestimmende Kraft geworden. Sofern der Mensch nicht in Indifferenz, d.h. in freier, engagierter Gelassenheit für das Reich Gottes lebt, hat er noch andere Götter. Ignatius will sie aber entthronen, so wie schon das Johannesevangelium. Es forderte auf, in dieser Welt zu sein, doch nicht wie diese Welt zu leben (Joh 17,9ff). Und Paulus formulierte, im Alltag zu sein, als ob man nicht im Alltag wäre (vgl. 1 Kor 7,29-31). Alle Werte und alle Situationen werden umgeformt durch das Anbrechen vom Reich Gottes. Diese revolutionäre Botschaft des Evangeliums macht den Menschen wirklich frei. Sie ist aber nur zu leben in einer konsequenten Nachfolge Jesu und in einer radikalen Teilhabe an Christus. „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir“, formuliert dann Paulus. (Gal 2,20) Und Ignatius lässt seine Exerzitien in eine wunderbare Betrachtung der Liebe einmünden, die ganz aus der Hingabe Gottes in Christus an diese Welt geprägt ist. Die Liebe verwandelt alles!
(P. Christian Rutishauser SJ)
