Für eine hörende Kirche

These 1: Die Voraussetzung dafür, den Willen Gottes erkennen zu können, ist ein hörendes Herz, das zur Umkehr bereit ist.

 

Die erste Tat Jesu - eine Bekehrung

„Zusammen mit dem ganzen Volk“, sagt Lukas (Lk 3,21), lässt Jesus die Taufe der Umkehr an sich geschehen. Das ist unglaublich: die erste öffentliche Tat des Menschgewordenen – ein Akt der Konversion. Und dann, als er sich aus dieser solidarischen Beugung aufrichtet, hört Jesus die Stimme, die ihn als den geliebten Sohn anredet. Aus diesem doppelten Hören – auf die Menschen in ihrer Sehnsucht nach Umkehr und Vergebung, und auf die Stimme des Geistes Gottes – kommt der Ruf zur Konversion als sein erstes Wort, das er an die Menschen richtet: „Kehrt um und glaubt!“ (Mk 1,15)

Umkehr – die Haltung des mitgehenden Hörens

Konversio, Bekehrung, hat also nichts damit zu tun, andere zu meiner Position oder meiner Religion zu bekehren. Die Grundbewegung der Konversio als Haltung gegenüber dem Willen Gottes ist nicht eine Abkehr, sondern eine Hinkehr; eine Fähigkeit, sich nicht über den andern, sondern mit meiner eigenen Überzeugung unter den anderen zu stellen in einer Haltung des Hörens. Erst dann, so sagt es das Geschehen am Jordan, bin ich bereit und fähig, die Stimme Gottes zu hören und sein Wort zu empfangen. Umkehr, Konversio, ist somit ein Geschehen, das mich selber verwandelt.

Die Haltung brauchen wir in der Kirche, wenn wir das neue Gesicht einer Kirche mit den Frauen finden wollen.

(Sr. Margareta Gruber OSF)