Für eine diakonische Kirche
These 6: Frauen tragen dazu bei, dass das Evangelium in gesellschaftlichen Fragen mehr Bedeutung erlangt.
Es sind die Frauen, die das diakonische Gesicht der Kirche massgeblich prägen. Die Kirche steht heute in harten gesellschaftspolitischen und ethischen Auseinandersetzungen. In diesen Spannungsfeldern sind Frauen bereits präsent mit ihrer professionellen Kompetenz und mit dem, was ich durchaus mit dem alten Wort Hingabebereitschaft benennen möchte. Dabei habe ich allerdings ein zwiespältiges Gefühl, weil ich nicht zuletzt aus der Geschichte der Frauenorden weiss, dass diese dienende Bereitschaft ausgenützt und missbraucht werden konnte. Nicht ohne Ursache ist die dienende Ordensfrau aus dem Bild kirchlicher Diakonie weitgehend verschwunden; und die diakonische Frau heute sucht darin noch immer ihren Platz. Es geht um Formen der Anerkennung und Beauftragung, sowie um die Frage, wie solches diakonisches Tun, das den Christos diakonos bei den Armen gegenwärtig werden lässt, zeichenhaft als Vollzug der Kirche sichtbar gemacht werden kann. Das ist – ganz unabhängig von der theologischen Frage nach dem Diakonat der Frau – eine nach wie vor ungelöste Aufgabe.
(Sr. Margareta Gruber OSF)
