Juni 2015

von Editor

Begegnung (2)


„Petrus und Paulus sind die grossen Säulen der Kirche", verkündete der Pfarrer in seiner Predigt zu Peter und Paul. „Da sind wir nur kleine Säulein." Es braucht viel dazu, eine andächtig lauschende Gottesdienstgemeinde zum Lachen zu bringen, aber diesmal gelang es. 

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Begegnung (1)

 

Petrus und Paulus – zwei Grössen aus dem Neuen Testament und aus den Anfängen der Kirche begegnen sich (Gal 2,11 ff.). Und geraten an einander. 

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Prophetische Gabe (7)

Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete,
hätte aber die Liebe nicht,
wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.
Und wenn ich prophetisch reden könnte
und alle Geheimnisse wüsste
und alle Erkenntnis hätte;
wenn ich alle Glaubenskraft besässe
und Berge damit versetzen könnte,
hätte aber die Liebe nicht,
wäre ich nichts.
(1 Kor 13,1f)

In der seelsorglichen Begleitung habe ich gelernt,

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Prophetische Gabe (6)

Noch einmal Jeremia: Ich lege mein Gesetz in sie hinein und schreibe es auf ihr Herz. Ich werde ihr Gott sein und sie werden mein Volk sein. Keiner wird mehr den andern belehren, man wird nicht zueinander sagen: Erkennt den Herrn!, sondern sie alle, Klein und Gross, werden mich erkennen – Spruch des Herrn. (Jeremia 31,33f)

Erkennen hat die Bedeutung von ‚lieben’ im Hebräisch. Gott hat den Anfang seiner Liebesgeschichte mit mir in mein Herz geschrieben.

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Prophetische Gabe (5)

Denn das wird der Bund sein, den ich nach diesen Tagen mit dem Haus Israel schliesse – Spruch des Herrn: Ich lege mein Gesetz in sie hinein und schreibe es auf ihr Herz. Ich werde ihr Gott sein und sie werden mein Volk sein. Keiner wird mehr den andern belehren, man wird nicht zueinander sagen: Erkennt den Herrn!, sondern sie alle, Klein und Gross, werden mich erkennen – Spruch des Herrn. (Jeremia 31,33f)

Das Gesetz, die Weisung zum Leben, hat Adonai in die Herzen von allen geschrieben!

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Prophetische Gabe (4)

Aber der Herr erwiderte mir: Sag nicht: Ich bin noch so jung. Wohin ich dich auch sende, dahin sollst du gehen, und was ich dir auftrage, das sollst du verkünden. Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin mit dir, um dich zu retten - Spruch des Herrn. Dann streckte der Herr seine Hand aus, berührte meinen Mund und sagte zu mir: Hiermit lege ich meine Worte in deinen Mund. Sieh her! Am heutigen Tag setze ich dich über Völker und Reiche; du sollst ausreissen und niederreissen, vernichten und einreissen, aufbauen und einpflanzen. (Jeremia 1,7-10)

Meine Erfahrung nach 25 Jahren Seelsorge und Bildungsarbeit:

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Prophetische Gabe (3)

Das Wort des Herrn erging an mich: Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen, noch ehe du aus dem Mutterschoss hervorkamst, habe ich dich geheiligt, zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt … Dann streckte der Herr seine Hand aus, berührte meinen Mund und sagte zu mir: Hiermit lege ich meine Worte in deinen Mund. (Jeremia 1,4-9)

Adonai berührt Jeremias Mund.

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Prophetische Gabe (2)

Ehe es wächst, lasse ich es euch erlauschen! (Jesaja 42,1)

 

Lange haben wir das Lauschen verlernt!
Hatte Er uns gepflanzt einst zu lauschen
Wie Dünengras gepflanzt, am ewigen Meer,
Wollten wir wachsen auf feisten Triften,
Wie Salat im Hausgarten stehn.

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Prophetische Gabe (1)

Prophetische Gabe – das verbinde ich zuallererst mit meiner Taufe. Da wurden mir mit dem Effata-Ritus die Ohren geöffnet und die Lippen. Ich stelle mir vor, wie der Seelsorgende ganz behutsam meinen kleinen Baby-Mund und meine kleinen Ohren berührt hat. Die Mutter und die Paten standen dicht dabei und betrachteten das Geschehen mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Angerührt-Sein.

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Eva (7)

Am Schluss von Kapitel 3 gibt der Mensch der Frau einen Namen: ḥawwah. Dies heisst „Mutter alles Lebendigen“ und ist ein Ehrentitel. Er ist abgeleitet von ḥaj (Leben). Eigentlich passt er hier nicht, vermutlich ist dies ein späterer Zusatz, ursprünglich handelt es sich wohl um den Namen einer antiken Göttin. Überall wird von „Adam und Eva“ als den ersten Menschen gesprochen. Aber diese Zusammenstellung kommt in der ganzen Hebräischen Bibel ausser hier nie mehr vor ...

 

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Eva (6)

Die drei poetischen Sprüche am Ende von Gen 3 über die Schlange, die Frau und den Mann, haben sehr starke Wirkung auf ein christliches Frauenbild gehabt. Man hat diese Sätze als „Strafsprüche“ verstanden. Dabei ist die eigentliche Strafe, wenn man denn so sprechen will, die Vertreibung aus dem Garten. Die drei Sprüche dagegen sind Zustandsschilderungen. Sie zeigen die Realität auf, wie sie zur Zeit des Verfassers ist ...

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Eva (5)

Warum eigentlich durften die Menschen von dem einen Baum nicht essen? In Gen 2 wurde dem Menschen ein Verbot gegeben und gesagt: „Sobald du davon isst, musst du sterben!“ Die Schlange aber sagte zur Frau: „Nein, ihr werdet gewiss nicht sterben ...“ Die Frau wollte „klug“ werden; dies ist sicher ein positives Motiv. Die Schlange hatte ja sogar recht, die Menschen sterben nicht, d. h. sie fallen nach der Tat nicht tot um, sondern sie werden später aus dem Garten vertrieben. Was ist also mit dem Bösen und dem daraus folgenden Tod gemeint ...

 

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Eva (4)

Während Gen 2 ein Idealbild zeigt, wie Gott die Zweiheit der Geschlechter beabsichtigt hat, zeigt nun Gen 3 auf, wie die Wirklichkeit aussieht. Beide Kapitel sind nicht in einer historischen Reihenfolge zu verstehen, sondern es sind Symbolgeschichten, die nebeneinander stehen. Man darf also nicht nach „vorher“ und „nachher“ fragen, etwa: Was wäre passiert, wenn sie nicht gegessen hätten ...

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Eva (3)

Anstelle der Jahrhunderte langen, Frauen abwertenden Prägungen ist es an der Zeit, die positiven Inhalte der Bibeltexte wieder neu zu entdecken. Diese könnten das Selbstbewusstsein von Frauen stärken und Mut zu einem guten Leben vermitteln.
Am Anfang des Kapitels wird 'adam (Mensch, die Menschheit) aus der 'adamah (Ackererde) erschaffen ...

 

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Eva (2)

Die Erzählungen von Paradies und Sündenfall gehören zur Weltliteratur. Zumeist sind aber die späteren Erklärungen und die Abwertung von Frauen bereits in unsere Erfahrungen eingeflossen. So liest niemand die Geschichten unbefangen, sondern meist schon belastet von einer langen frauenfeindlichen Tradition. So muss wie bei einer Grabung erst ein Berg von Schutt abgetragen werden, bis man ...

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Eva (1)

Als Bibelwissenschaftlerin und feministische Theologin möchte ich mich kurz vorstellen: Geboren 1940 in St. Gallen, aufgewachsen in fünf Schweizer Kantonen, studierte ich später kath. Theologie in Tübingen, Paris und Bonn, wo ich als erster Laie promovierte (Altes Testament). Von 1987 – 2001 war ich Professorin für Biblische Theologie in Kassel, seit 2009 wohne ich wieder in Basel.

Die erste Frau in der Bibel beschäftigt mich schon sehr lange ...

 

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Aufmerksamkeit / Achtsamkeit (7)

Auferstehung feiern
achtsam aufstehen
für eine zärtlichere Welt

Auferstehung leben

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Aufmerksamkeit / Achtsamkeit (6)

Unsere Welt braucht beherzte Frauen und Männer, die miteinander eine beharrliche Geduld einüben. Es bedeutet, einen langen Atmen der Hoffnung zu leben. Es lässt mich annehmen, dass ich die Früchte meines Engagements vielleicht nicht ernten kann. Achtsame Menschen üben miteinander

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Aufmerksamkeit / Achtsamkeit (5)

Achtsam
meine Empörung spüren
mich nie an Ungerechtigkeiten gewöhnen

Achtsam
meine Wut annehmen

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Aufmerksamkeit / Achtsamkeit (4)

Achtsame Menschen lassen sich nicht leben. Sie wagen Widerstand für einen ausgeglichenen Lebensrhythmus. Dem unmenschlichen Diktat der Schnelligkeit und Machbarkeit setzen sie eine Kultur der Aufmerksamkeit entgegen. Die kämpferische Mystikerin Simone Weil (1909 – 1943) kann uns auf einem politischen Achtsamkeitsweg inspirieren.

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Aufmerksamkeit / Achtsamkeit (3)

„Achtsamkeit ist eine Einwurzelung
im Hier und Jetzt.
Es ist die, durch bewusstes
Atmen und Meditation
geübte Fähigkeit, da zu sein.“

Dorothee Sölle (1929 – 2003)

 

Achtsamkeit lässt unseren Atem zum Gebet werden.

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Aufmerksamkeit / Achtsamkeit (2)

Achtsam
mitten im Leben stehen
aufmerksam
zwischen Erde und Himmel

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Aufmerksamkeit / Achtsamkeit (1)

Achtsame Menschen Achtsamkeit ist eine spirituelle Grundhaltung. Es ist keine Methode, um perfekt zu werden. Achtsame Frauen und Männer nehmen immer wieder wahr, was jetzt ist, ohne es immer schon bewerten zu müssen. Aufmerksame Menschen suchen in all ihren Lebensvollzügen eine göttliche Spur. Achtsame Menschen begegnen sich selbst und anderen mit Wohlwollen.

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Sehnsucht (7)

Sucht ihr mich, so findet ihr mich. Wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt, lasse ich mich von euch finden.
(Jer 29,12-13)

Gott lässt sich von uns finden. Mehr noch: Er kommt uns entgegen und sucht uns.

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Sehnsucht (6)

„Das unruhige Herz
ist die Wurzel der Pilgerschaft.
Im Menschen lebt eine Sehnsucht,
die ihn hinaustreibt
aus dem Einerlei des Alltags …

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Sehnsucht (5)

„Die evangelischen Räte sind Momente eines jeden christlichen Glaubens … Sie wollen aus verkrampfter Lebenssicherung befreien.“

(Paul Zulehner)

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Sehnsucht (4)

Der Teufel führt Jesus auf den Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Pracht und sagt zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest. (Mt 4,9)

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Sehnsucht (3)

Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, stellte ihn oben auf den Tempel und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heisst in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich auf ihren Händen zu tragen, damit dein Fuss nicht an einen Stein stösst. Jesus antwortete ihm: In der Schrift heisst es auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen. (Mt 4,5-6)

 

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Sehnsucht (2)

Einem Pilger wurde in einem Kloster zum Übernachten ein ärmlich eingerichtetes Zimmer angeboten: „Sind auch die Zimmer der Mönche alle so?“, fragte er. Als dies bejaht wurde, meinte er: „Für mich ist das ganz in Ordnung. Als Pilger bin ich nur kurz zu Gast. Aber Ihr?“ Darauf ein Mönch: „Wir sind auch nur auf der Durchreise.“

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Sehnsucht (1)

„Vater,
ich bin auf der Suche,
ich stelle keine Behauptungen auf.
Aber du, mein Gott,
wache über meine Schritte
und weise mir die Richtung.“

(Augustinus)

 

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