Glauben auf den Punkt gebracht (2)
Ignatius von Loyola (1492 – 1556) war der herkömmliche Glaube zu oberflächlich. Sein Glaube ist zerbrochen. Nur durch spirituelles Üben fand er zu einem neuen Fundament. Kein Tag ohne eine Übung. So sind die Exerzitien als geistliche Anweisung entstanden, sich durch Meditation, Kontemplation und Gebet an der Seite Christi ganz auf Gott auszurichten. Diesem Üben stellt Ignatius einen kurzen Text voran, der die Lebenshaltung des Glaubenden auf den Punkt bringt. „Prinzip und Fundament“ nennt er ihn. Er beschreibt eine Haltung, die in jeder Situation und an jedem Ort prägen soll. Es geht Ignatius um das + oder – vor der mathematischen Klammer, die den ganzen Wert der Rechnung bestimmt. Ignatius ist radikal. Er setzt den Koordinatennullpunkt und spannt von dort den Raum für den Glauben auf. Würde nämlich die Grundausrichtung nicht stimmen, bewegte sich der Mensch bald in einer falschen Landschaft, ohne dass er dies merkt. Dieses „Prinzip und Fundament“, von mir paraphrasiert und in vier Abschnitten vorgetragen, betrachten wir in den kommenden Tagen.
(P. Christian Rutishauser SJ)
