Sehnsucht (1)
Sehnsucht und Sehnsüchte
Sehnsucht
„Vater,
ich bin auf der Suche,
ich stelle keine Behauptungen auf.
Aber du, mein Gott,
wache über meine Schritte
und weise mir die Richtung.“
(Augustinus)
Wir sind alle auf der Suche. Eine Sehnsucht nach dem wahren, erfüllteren Leben lässt uns Ausschau halten. Augustinus spricht an anderer Stelle von der Unruhe des Herzens, die erst Ruhe findet in Gott. Auch haben wir alle ein Ideal von uns selbst vor Augen. Daraufhin sind wir voll Sehnsucht unterwegs. Und schliesslich gibt es drei tiefe Urwünsche in uns: der Wunsch nach Heimat und Besitz, nach einem Namen und Anerkennung, nach Selbstbestimmung und Macht. Diese tiefen Urwünsche haben alle Menschen, Frauen und Männer.
Gleichzeitig bewegt uns eine Vielzahl von Sehnsüchten nach Dingen, Erfahrungen, Menschen. Diese Sehnsüchte lassen uns unsere Welt als wertvoll und begehrenswert erscheinen. Sie können sich aber auch an dieser Welt festkrallen, uns abhängig machen und irreleiten. Deshalb betet Augustinus bei seiner Suche um die Führung Gottes.
(P. Josef Maureder SJ)
