Eine geschlechtersensible Kirche
4. These: Kein Kampf um das Amt, aber für eine geschlechtergerechte Kirche mit einer geschlechtersensiblen Pastoral
Es geht nicht darum, aus der Kirche eine Demokratie zu machen; nicht um eine Frauenquote in Diözesanverwaltungen, und auch nicht, um es so platt zu sagen, um einen Kampf um das Amt. Es geht – zum ersten – darum, im Leben und in den Strukturen unserer Kirche sichtbar zu machen und zu verändern, was einer „wahren Gleichheit hinsichtlich der Würde und dem Tun, das allen Gläubigen in Bezug auf die Auferbauung des Leibes Christi gemeinsam ist“ (LG 32,2), widerspricht. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit und der Glaubwürdigkeit.
Es geht – zum zweiten – darum, im Leben, in der Glaubenserfahrung, im Kirche-Sein von Frauen einen Selbstvollzug der Kirche anzuerkennen. Dies wird nur in einem langen, vom Konzil angestossenen „kollektiven Konversionsprozess“ geschehen können, bei dem die Frauen aktiv beteiligt sind und selber zu Wort kommen, auch auf theologischer Ebene.
Das kann und soll – zum Dritten – dazu führen, das neue Gesicht der Kirche sichtbar werden zu lassen, in dem nicht nur die Frauen ihren Platz auf neue Weise einnehmen, sondern – vielleicht deren Weg der Selbstbefreiung folgend – auch die Männer.
(Sr. Margareta Gruber OSF)
