Andreas Batlogg SJ

Angela Büchel

Anneliese Hecht
Schwäbin, 61 Jahre alt, Bibeltheologin (für Altes und Neues Testament), seit 1982 Mitarbeiterin beim Bibelwerk, entwickelt und führt Bibelkurse durch, veröffentlicht viele Arbeitshilfen zu biblischen Themen und Methoden der Bibelarbeit. Sie ist bekannt für ihre lebendige sowie vielfältige Art der Vermittlung.

Für eine Kirche mit Frauen – Stellungnahme: In der Bibel sind Männer und Frauen je einzeln und gleichermaßen Kultbild Gottes im Sinn von Repräsentanten Gottes in der Welt. Und Jünger und Jüngerinnen Jesu sind seine Gesandten, wie auch beide Geschlechter in der frühen Kirche Leitungs-, Lehr-  und Verkündigungsverantwortung wahrnehmen. Unzählige prophetische und priesterliche Berufungen von Frauen weisen heute auf die Notwendigkeit hin, dass Frauen wie am Anfang der Kirche Mitverantwortung übernehmen sollen, in Leitungsämtern, in der Seelsorge und Verkündigung, in gemeindlichen und übergemeindlichen Aufgaben, in allen Belangen und Diensten. Die kath. Kirche nimmt weiterhin schweren Schaden, solange die ausschließlich männliche Leitung Frauen an ihrem von Gottes Geistkraft bewirktem Engagement hindert. Die Kirche wird aufblühen, wenn Frauen wie Männer ungehindert ihre Berufung leben dürfen und sich entsprechend ihren Gaben, Kräften und erworbenen Kompetenzen einbringen. In Gal 3,28 ist die Vision fest gehalten, wie Kirche im Geist Jesu Christi gelebt werden soll: die ethnischen und standesmäßigen Gräben sowie der Graben zwischen den Geschlechtern werden zugeschüttet; die Einheit ist das Merkmal schlechthin. In der Bibel gibt es auch keine Unterscheidung in Klerus und Laien! Alle Christgläubigen sind Erbberechtigte des Reiches Gottes (= Klerus) und Geistliche in dem einen Gottesvolk (griechisch: laos, Laien gibt es dort nicht!). Leitungsämter sind dort Dienste unter anderen, die von allen wahrgenommen werden können, von Männern und Frauen gleichermaßen (vgl. 1 Kor 12 und Röm 12). Schon vor Jahrzehnten hat die päpstliche Bibelkommission darauf verwiesen, dass seitens der Bibel Frauen der Zugang zum Amt ermöglicht werden kann. Trotz zweier päpstlicher Lehrschreiben, nach denen Frauen mit Berufung dauerhaft das Weiheamt im Namen Jesu Christi verweigert werden soll, kommt die Frauenfrage nicht zur Ruhe in der Kirche, im Gegenteil, sie wird immer stärker. Nach der Unterscheidung der Geister bedeutet bleibende Unruhe, dass eine Entscheidung noch nicht stimmt. So vertraue ich weiterhin darauf, dass Gottes Geist bestehende Hindernisse beseitigt und Herzen öffnet und wandelt. Und ich setze mich mit anderen dafür ein, dass Frauen wie Männer zum Heil aller in der Kirche sich entfalten, wirken und vor allem ihre Berufung ohne Einschränkung leben können.

Arnd Bünker

Beat Pfammatter OFMCap

Bischof Franz-Josef Bode
Dr. Franz-Josef Bode, Jg. 1951, Bischof von Osnabrück

Brigitte und Wolfgang Zecher

Christian Rutishauser SJ
Provinzial der Schweizer Jesuiten

Als „Zu Fuss nach Jerusalem“–Pilger bin ich dem Pilgerteam, das nach Rom unterwegs sein wird, sehr verbunden. Das Entscheidende aber ist: Nur durch eine spirituelle und existentielle Erneuerung aus dem Geist des Evangeliums ist die Kirche heute glaubwürdig zu erneuern. Ein solches Pilgerprojekt trägt dazu bei.

Christine Rod MC
Jg. 1959, Theologin und Supervisorin, Mitarbeit im Bereich Ordensentwicklung im Kardinal König Haus in Wien (dort Kursleiterin für den Leitungslehrgang für Ordensverantwortliche aus Österreich, Deutschland, Schweiz); Regionalleiterin der Missionarinnen Christi für Deutschland und Österreich

Das Ganze (die Themen, die PartnerInnen mit den Texten, die Grundidee, der Weg) interessiert mich, weil Kirche – trotz mancher Mühsal – eine alte Liebe und Leidenschaft von mir ist. Und eine spannende, beinahe aufregende Angelegenheit, v.a. im Zeitalter eines Papstes Franziskus. Und was das Frauenthema betrifft? Wie sagt Sören Kierkegaard: „Hoffnung ist das Leiden am Wirklichen und die Leidenschaft für das Mögliche.“

Claudia Mennen
Theologin und Bibliodramaleiterin, Leiterin der Propstei Wislikofen.

Die Kirche hat an den Frauen Vieles gut zu machen! Die Röm.-Kath. Kirche gibt den Frauen bis heute keinen Platz auf Augenhöhe. Das muss sich dringend ändern. Als kleines Zeichen der Solidarität schreibe ich für „Kirche mit den Frauen“.

Damian Keller, Kernteam
Jg. 1964, Brüderverantwortlicher der Schweiz und Postulatsleiter der deutschsprachigen Kapuziner, Priester, Psychologe

Vor über 800 Jahre machte sich ein kleiner, unbedeutender Mann aus Assisi auf nach Rom, um dem damals mächtigsten Mann der Kirche, Papst Innozenz III., sein Anliegen vorzubringen - das Anliegen, nach dem Evangelium leben zu dürfen. Man kann vielleicht von einem Wunder sprechen, dass dieser Mann zum Papst vorgelassen wurde und Gehör fand für sein Anliegen, das so einfach und selbstverständlich wie weltbewegend war. Das war der Anfang einer unglaublichen Erfolgsgeschichte der Kirche, die 800 Jahre später darin einen Höhepunkt fand, dass ein Papst sich nach jenem Mann benannte – Franziskus.
Als ich von der Idee hörte, nach Rom zu Franziskus zu pilgern für eine Kirche mit den Frauen, musste ich an dieses Ereignis vor 800 Jahren denken. Warum sollte sich das Wunder nicht wiederholen, dass die Pilgernden, dass die Frauen in der Kirche mit ihrem Anliegen Gehör und Ansehen finden bei diesem Papst mit dem besonderen Namen – ein Anliegen, so einfach und selbstverständlich wie weltbewegend!
Dafür stehe ich ein, darauf hoffe ich, darauf vertraue ich.

Eckhard Frick SJ
Jg. 1955, Jesuit, Hochschullehrer für Anthropologie (Hochschule für Philosophie) und Spiritual Care (Klinikum der Universität München).

„Einerseits besteht in der römisch-katholische Kirche ein erheblicher Nachholbedarf, was das Zusammenwirken und -leben von Frauen und Männern angeht. Andererseits ist diese Projekt ein Beispiel dafür, welche Inspirationen Frauen und Männer schon jetzt entdecken und miteinander teilen.“

Esther Rüthemann, Kernteam
Jg. 1972, Pastoralassistentin in der Seelsorgeeinheit Rapperswil-Jona

Männer und Frauen sind ebenbürtig – dafür stehe ich ein und dafür nehme ich den Weg nach Rom unter die Füsse. Meine Vision ist, dass am 2. Juli 2016 hunderttausend Frauen und Männer auf dem Petersplatz präsent sind und mit uns, für eine Kirche mit den Frauen einstehen.

Eva Kopp

Eva-Maria Faber, Kernteam
Professorin für Dogmatik und Fundamentaltheologie und Rektorin der Theologischen Hochschule Chur

„Welche Präsenz hat die Frau in der Kirche? Kann sie noch stärker gewürdigt werden?“, so fragte Papst Franziskus im Oktober 2013.
Wenn meine persönliche Antwort „ja“ lautet, so möchte ich sogleich anfügen: Bitte stellt nicht mehr lange solche Fragen, sondern lasst uns etwas tun. Vor allem wünsche ich mir, dass diese meine römisch-katholische Kirche lernt, die richtige Ebene zu treffen. Bereitschaftserklärungen, die Sicht von Frauen stärker berücksichtigen zu wollen, genügen nicht (und grenzen manchmal an Peinlichkeit). Auch bei manchem Nachdenken über das, was spezifisch weiblich wäre, wird mir (und vermutlich vielen Frauen) eher unwohl – wir Frauen werden zu Gegenständen des Nachdenkens gemacht. Dabei möchten Frauen an Entscheidungsprozessen teilnehmen und Verantwortung übernehmen (oder möchten jedenfalls davon ausgehen können, dass andere Frauen in verantwortlichen Positionen die Kirche mitprägen).
Darum engagiere ich mich für eine Kirche mit den Frauen.

Franz Kreissl und Damian Kaeser

Franz Mali, Kernteam
Jg. 1960, Professor für Patristik, Geschichte der Alten Kirchen und christlich-orientalische Sprachen an der Theologischen Fakultät Fribourg, Priester der Diözese Graz-Seckau

Bonaventura sagt sinngemäss, dass sich die Theologie immer weiter schreiben muss. Ich finde das Projekt gut, weil dadurch die Würde und Wertschätzung der Frau weiter geschrieben wird.

Franziska Loretan-Saladin
Theologin, Lehrbeauftragte für Homiletik an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern

Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass Geschwisterlichkeit in der Kirche auch einmal strukturell umgesetzt und rechtlich verbindlich wird.

Gregor Emmenegger

Helen Schüngel-Straumann
Ich wurde am 5.5.1940 in St. Gallen geboren als ältestes von 5 Kindern und bin in 5 Kantonen zur Schule gegangen. Weil ich nur ein Mädchen war, durfte ich nicht aufs Gymnasium, jedoch durfte ich wenigstens ein Handelsdiplom machen. So ging ich mit 18 nach Zürich auf ein Abendgymnasium und verdiente tagsüber meinen Unterhalt und mein Studium. Ich wusste schon mit 16, dass ich Theologie studieren wollte. 1960 ging ich mit der Matura Typ A nach Tübingen, wo ich die ersten 4 Semester studierte, dann ein Jahr nach Paris und schließlich nach Bonn, wo ich mein Studium abschloss und dann auch promovierte (1968/69 Altes Testament). Ich war die erste Schweizerin, die in kath. Theologie promovierte, in Bonn war ich auch der erste Laie für einen Dr.theol. Nach vielen Kämpfen und vielen Jahren wurde ich dann die erste katholische Professorin für Biblische Theologie in Deutschland.

Zu meiner Motivation: Etwa seit meinem 40. Lebensjahr habe ich mich immer stärker für Frauen eingesetzt und war sehr aktiv an der Entwicklung einer ernsthaften feministischen Theologie beteiligt. Leider ändert sich in dieser Hinsicht die (männliche) Kirchenleitung nur sehr langsam, aber die vielen Frauen, die inzwischen Lehrstühle an Universitäten einnehmen, werden mit der Zeit die Lage entspannen. Von allen Seiten muss man daher für die Gleichberechtigung der Frauen immer wieder Zeichen setzen: mit Aufsätzen, Büchern, Vorträgen, Wallfahrten usw. Viele Frauen haben schon resigniert oder sind aus der Kirche ausgetreten. Das bedauere ich sehr, denn nur von Innen kann man etwas verändern.

Helga Kohler-Spiegel
Lebt in Feldkirch, Österreich, ist Professorin für Pädagogische Psychologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg im Fachbereich Humanwissenschaften und arbeitet in ihrer Praxis für Psychotherapie und Lehrtherapie, (Lehr-) Supervision und Coaching.
Mir ist es seit Jahrzehnten ein Anliegen, dass Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit einen guten Platz haben in der Kirche, und das betrifft Frauen ganz besonders.

Beiträge im Mai 2015 unter dem Titel: "Ruah".

Hildegard Aepli, Kernteam
Jg. 1963, Mitarbeiterin im Amt für Pastoral und Bildung Bistum St. Gallen, Pastoralassistentin, Exerzitienleiterin, Autorin

Im September 2013 trifft mich wie ein Blitz der Gedanke: Ist nicht jetzt der Zeitpunkt „Für eine Kirche mit den Frauen“ nach Rom zu pilgern!? Die Idee fällt bei vielen Frauen und Männern, Laien, Ordensleuten und Klerikern auf offene Ohren. Ein Kernteam bildet sich. Ein Grundtext entsteht. Das Anliegen heisst: Wir nehmen 1000 km unter die Füsse dafür, dass Männer in der Kirche in Zukunft nicht mehr ohne Frauen über deren Stellung, Rolle und Funktion nachdenken und entscheiden. Das Projekt wächst weiter und beginnt Kreise zu ziehen. Wir finden in Kürze AutorInnen, die ab Mai 2015 Impulse schreiben. Im Bistum St.Gallen gestalten Frauen thematische Abende und geben Zeugnis für die Kirche. Pilgerstart ist am 2. Mai 2016. Wir hoffen, dass am 2. Juli 2016 mit uns zusammen viele Menschen in Rom ein Zeichen setzen werden.

Sr. Hiltrud Gutjahr
Jg. 1941, 1969 Eintritt in die der Abtei St. Hildegard. 1974 feierliche Profess – somit Benediktinerin. Seit 2002 Aufgabe, am Schrein der hl. Hildegard in der Wallfahrtskirche in Rüdesheim-Eibingen die Menschen, Pilger zu begleiten durch Vorträge, Infos und zur Begegnung mit der hl. Hildegard zuführen. Vorträge außerhalb des Klosters über die aktuelle Botschaft der hl. Kirchenlehrerin Hildegard. Mitglied im pastoralen Team der Großpfarrei Rheingau Heilig Kreuz.

Zu meinem Einstieg ins Projekt: Da ich sehr von den Schriften der hl. Hildegard bewegt bin, ist es mir wichtig, Impulse über die einzige deutsche Kirchenlehrerin weitergeben zu dürfen. Die Liebe zur Kirche, die bei der hl. Hildegard mit der persönlichen Beziehung zu Jesus Christus verbunden ist – die Kirche schaute Hildegard stets als Frauengestalt in ihren Visionen – prägt mein Leben als Benediktinerin. In der Praxis und Pastoral wünsche ich, dass qualifizierte Frauen in Leitungsdienste und Führungspositionen zugelassen werden. Mann und Frau sollten sich ergänzen im kirchlichen Dienst. Auch ist es an der Zeit, dass Frauen Zutritt zu den Lehrstühlen in der Theologie hätten, noch immer werden Männer vorgezogen. Das führt zur Resignation oder Austritt aus der Kirche. Darum engagiere ich mich für eine Kirche mit Frauen.
 
Ingrid Grave OP

Ingrid Krucker

Irene Gassmann, Kernteam
Priorin des Benediktinerinnenklosters Fahr

Als Getaufte bin ich Teil der Kirche und liebe diese Kirche. Ich wünsche mir, dass man(n) in der Kirche auf die Stimme von uns Frauen hört und uns – wie es der heilige Benedikt in seiner Regel lehrt – bei wichtigen Beratungen und Entscheidungen einbezieht, so dass das Charisma der Frauen das Leben und Wesen der Kirche als Ganzes bereichert. (vgl. RB Kapitel 3). Aus diesem Grund engagiere ich mich im Projekt „Für eine Kirche mit den Frauen“.

Jacqueline Keune, Redaktionsteam und Autorin
Freischaffende Theologin, Luzern

Ich werde nie verstehen, wie das Geschlecht eines Menschen, also die grundlegende, von Gott geschenkte Identität, über Zugehörigkeit bzw. Ausschluss entscheiden kann. Wie das, was niemandes Verdienst und niemandes Versagen ist, das eigene Geschlecht, darüber entscheiden kann, ob jemand mit Trost salben, Gottes Erbarmen auf eine Schuld legen oder seine Nähe im Brot erinnern darf oder nicht. Und ich kann nicht verstehen, wie die Kirche allein das Unrecht ausser-, nicht aber das innerhalb ihrer Mauern sehen kann. Und das ist es: Unrecht.
Ich unterstütze, was daran erinnert.

Johanna Domek OSB
Jg. 1954, seit 1974 Benediktinerin in Köln–Raderberg, davon 20 Jahre im Leitungsdienst. Zahlreiche Vorträge und Veröffentlichung zu geistlichen Themen.

Zu meinem Einstieg ins Projekt: erstens bin ich eine Frau und an Spiritualität von Frauen lebendig interessiert, ohne mich allerdings auf die Feminismus-Seite (falls es die gibt) zu stellen. Zweitens hat Priorin Irene von Kloster Fahr mich gefragt, und ich möchte mich auf ihre Fragen immer gern, soweit ich kann, einlassen.

Josef Maureder SJ
Jg. 1961, Jesuit, Novizenmeister der deutschen, österreichischen und schweizer Jesuitenprovinz in Nürnberg.

Warum ich bei diesem Projekt mitmache: Frauen haben meinen Glaubensweg entscheidend geprägt. Ich bin für eine lebendige und von gegenseitigem Respekt geprägte Pilgergemeinschaft von Frauen und Männern, von Kindern und Alten, von Gesunden und Kranken… auf dem Weg zu Gott.

Kathi Hiller

Klaus Mertes SJ
Jg. 1954, Jesuit, Lehrer, zurzeit Kollegdirektor am internationalen Jesuitenkolleg St. Blasien, Schwarzwald.

"Für eine Kirche mit Frauen." Schon, dass man dafür kämpfen muss, ist ein Zeichen dafür, dass die Vision des Evangeliums noch nicht Wirklichkeit geworden ist in der Kirche: "Es gilt nicht mehr männlich oder weiblich - denn ihr alle seid eins in Christus Jesus." (Gal 3,28)

Lea Stocker, Kernteam
Dr. med. Assistenzärztin in Zürich

In der Kirche habe ich einen Schatz gefunden – eine grosse Liebe. Wenn ich diesen Schatz nicht geschmeckt hätte und er mich nicht immer aufs Neue verlocken würde, hätte ich wahrscheinlich der Kirche schon länger den Rücken zugedreht. Die Kirche ist leider Meisterin darin, sich unattraktiv zu machen. Sie bietet vielen modernen Menschen keine Heimat mehr. In den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten konnte sie darauf bauen, dass die Menschen aus Zugehörigkeit oder Tradition bei ihr blieben. Meine und die folgenden Generationen suchen ungeachtet aller Äusserlichkeiten Authentizität. Sie suchen, bis sie diese finden. Oftmals finden sie sie in der Kirche nicht und wenden sich von ihr ab. Ich kann sie verstehen. In der Gesellschaft ist die Ebenbürtigkeit der Geschlechter zunehmend selbstverständlich. Die Kirche hinkt da um Jahrhunderte hintendrein. Das ist vielen so unverständlich, dass sie den Blick hinter die Kulissen gar nicht erst investieren. So bleibt der Schatz ungesehen und ungeschmeckt. Ich träume von einer Kirche, die ausstrahlt, was sie im Innersten zusammenhält. Sie wäre so anders: vital, bunt, pulsierend, inspirierend. Ich träume davon, dass die jüngeren Generationen ihre spirituelle Sehnsucht in der eigenen Tradition stillen können. Weil sie nicht mehr an ungerechten und unglaubwürdigen Strukturen abprallen. Darum setze ich mich für eine Kirche mit den Frauen ein.

Lioba Zahn OSB
Jahrgang 1962, Bremerin. Als Jugendliche im BDKJ, später eine ganze Weile der Kirche eher entfremdet. Viele Jahre Mitarbeiterin in einem Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen. Daneben Fortbildungsangebote zum Thema "Sekundäre Traumatisierung". Seit 2004 in der Abtei Mariendonk, dort in der Verwaltung und im Garten tätig sowie gelegentliche Angebote von Seminaren und Supervision.

Kirche als pilgerndes / suchendes Gottesvolk ist für mich ein treffendes Bild, in dem Frauen ganz selbstverständlich ihren Platz haben (sollten...). Dass mit diesem Projekt diese Selbstverständlichkeit des gemeinsamen Weges von
Frauen und Männern, Jung und Alt, Groß und Klein einen neuen Impuls bekommt, finde ich allemal unterstützenswert. Es gibt noch viel zu tun und ganz viel zu entdecken - ob auf einem realen Weg oder im Kloster in der Beständigkeit des
Ortes.

Madeleine Winterhalter und Matthias Koller Filliger
(MW Jahrgang 1962; MKF Jahrgang 1967), Fachstelle Partnerschaft-Ehe-Familie Bistum St.Gallen

Wir unterstützen das Projekt "Kirche mit den Frauen" weil wir in der Paar-und Familienseelsorge immer wieder die Erfahrung machen, welchen Mehrwert ein partnerschaftlicher  Umgang von Männern und Frauen hat. Das Projekt ermutigt uns die Vision aufrechtzuerhalten, in der Frauen und Männer auf Augenhöhe Kirche gestalten. 

Beiträge im Juli 2015

Marek Stejskal
Jg.1967, Dipl. ASK Spiel - & Religionspädagoge KIL, Jugendpastoral Mitverantwortlicher in der Pfarrei St.Felix & Regula in Thalwil - CreAktivist

Ich wurde angefragt und ich habe JA gesagt: JA diesem Projekt  „Kirche mit * Frauen“ - JA für eine Kirche mit allen, die sich auf gleicher Augenhöhe begegnen und sich für das Reich Gottes engagieren wollen! An solch einer Gemeinschaft möchte ich teilhaben, für solch eine Gemeinschaft werde ich mich einsetzen.  „Das Gebet der liebenden Aufmerksamkeit“ ist mein creAktiver Beitrag dazu.

Margareta Gruber OSF
Ich bin Franziskanerin von Kloster Sießen, Theologin, Professorin für Neues Testament an der von Orden getragenen Philosphisch-Theologischen Hochschule in Vallendar bei Koblenz und seit April diesen Jahres Dekanin meiner Fakultät. Vier Jahr lebte ich in Jerusalem als Dekanin des Theologischen Studienjahres an der Abtei Dormitio. In Deutschland engagiere ich mich u.a. als Beraterin in der Bischofskonferenz für das Anliegen einer geschlechtersensiblen Kirche. Ich glaube, dass wir das neue Gesicht der Kirche für das kommende Jahrhundert, das wir für die Welt sichtbar machen sollen, nur durch einen gemeinsamen Prozess der Umkehr finden können. Am Ende wird es jedoch ein Geschenk sein.

Beiträge im Mai 2015

Maria Blittersdorf, Redaktionsteam
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im SPI St. Gallen.

„Du kannst nicht Messdienerin werden“ – nach meiner Erstkommunion erlebte ich erstmals, dass manche kirchlichen Amtsvertreter, in dem Fall der Pfarrer, mit Menschen weiblichen Geschlechts anders umgehen als mit Menschen männlichen Geschlechts.
„Wähl´ bloss keinen Beruf in der katholischen Kirche“ – mein Vater war von meiner Berufswahl nicht überzeugt, obwohl er ein gläubiger Mensch war.
„Hätte ich gewusst, dass Du in der katholischen Kirche arbeitest, dann hätte ich mich mit Dir erst gar nicht unterhalten“, so der überraschte Ausruf einer Pflegerin im Seniorenheim, die mit Kirche keine guten Erfahrungen gemacht hatte.
„Wenn Frauen Diakonin werden könnten, wäre ich sofort bereit dazu“ – so eine Freundin von mir, die als Ordensfrau lebt und von ihrer Ausbildung und ihrem sozialen Einsatz her für diesen ordinierten Dienst prädestiniert wäre.
„Priester, Kirchenchor, Pfarrgemeinderäte, Kirchenvorstände – dass alles wäre überflüssig, wenn es nicht das Volk (Gottes) gäbe!“ – so die Antwort meiner Mutter auf die Frage des Pfarrers, was sie eigentlich machen würde, immerhin wäre ihr Mann im Kirchenvorstand und im Kirchenchor, ihr Sohn im Pfarrgemeinderat und ihre Tochter würde Theologie studieren.

Ich engagiere mich für das Projekt „Kirche mit den Frauen“, weil ich die Kirche als die Versammlung liebe, in deren Mitte Gott lebendig erfahren werden kann. Und weil ich es für notwendig halte, dass Frauen und das, was sie tun und wozu sie berufen sind, auch offiziell gesehen, wertgeschätzt und anerkannt wird. Das Projekt „Kirche mit den Frauen“ praktiziert, um was es ihm geht: Kirche geht nur miteinander!

Maria-Magdalena Dirks OCist
Zisterzienserin im Kloster Wumrsbach am Oberen Zürichsee

Ich unterstütze das Projekt, weil ich es wichtig finde, bewusst zu machen, dass Jesus von Anfang an Frauen miteinbezogen, gesendet und ihnen zugetraut hat, mit ihrer fraulichen Art SEINE Kirche mitzugestalten, zu prägen, weiter zu entfalten. Meine Namenspatronin, die hl. Maria Magdalena lebte aus ihrem Herzen heraus ohne Rücksicht auf gängige „Glaubensmeinungen“ oder Angst vor den Mächtigen. Sie war die erste, die von IHM gesendet wurde!

Mariano Delgado

Martin Werlen OSB
Benediktinermönch im Kloster Einsiedeln.

"Ich freue mich, zusammen mit engagierten Getauften für eine glaubwürdige Kirche unterwegs zu sein."

Beiträge im Mai 2015 unter dem Titel: "Die Taufe ernstnehmen und Grenzen überschreiten".

Martina Kreidler-Kos
Ich bin promovierte Theologin, vierfache Mutter und verstehe mich als engagierte Frau in der katholischen Kirche. Ich arbeite im Dienst des Bistums Osnabrück (D) in der Frauenseelsorge und  Ehe- und Familienpastoral. Seit vielen Jahren forsche, schreibe und lehre ich über franziskanische Geschichte und Spiritualiät - insbesondere über die heilige Klara von Assisi. Sie ist mir zu einer lieben und kostbaren himmlischen Gefährtin geworden.

Bei diesem Projekt kommt all das auf gute Weise zusammen: Der Einsatz von Frauen früherer Zeiten lässt uns ihre Hoffnung auf eine geschwisterliche Kirche heute tatkräftig weiterdenken.

Monika Schuhmacher-Bauer
Jg. 1953, Pädagogin, Theologin, Mentorin und Dozentin an der Pädagogischen Hochschule Zürich. Meine Dissertation zu Leben und Werk der amerikanischen Journalistin und Sozialaktivistin Dorothy Day (1897-1980) hat mir verdeutlicht, wie wichtig Eigenverantwortung, Heiligkeit und apostolische Tätigkeit von Laien und Laiinnen für die Lebendigkeit der Kirche sind.

Nicola Ottiger

Noa Zenger

Patricia Machill

Peter Spichtig OP

Petra Mühlhäuser
1968, Journalistin, Stadtführerin in St.Gallen und Theologiestudentin in Chur

Es ist unverständlich, warum das Thema Frauen in der Kirche ein so heisses Eisen ist, dass viele am liebsten gar nicht darüber sprechen.

Pierre Bühler

Pierre Stutz
Theologe, spiritueller Begleiter und Autor vieler erfolgreicher Bücher zu einer engagierten Spiritualität im Alltag. Rege Kurs- und Vortragstätigkeit im ganzen deutschsprachigen Raum, lebt in Lausanne. Im Internet: www.pierrestutz.ch

Ich unterstütze das Projekt „Für eine Kirche mit den Frauen“. Es ist notwendig, nicht in der Opferrolle stecken zu bleiben, sondern gemeinsam selbstbewusst und kämpferisch-gelassen aufzuzeigen, wie eine Kirche sich entwickeln kann, in der jesuanisch alle ermächtigt werden, Erde und Himmel zu verbinden.

Renate Put

Reto Bühler

Rita Famos

Ruth Nussbaumer OCist
Sr. M. Ruth Nussbaumer gehört zu den Zisterzienserinnen im Kloster Eschenbach LU. Sie begleitet das Projekt von Anfang an. Am 6. Januar 2015 schrieb sie einen Brief an Papst Franziskus, um ihm das Projekt vorzustellen. Sie brachte die Idee des Reissverschlusses als Symbol ein, um zu zeigen, wie Männer und Frauen, wenn sie durch Christus verbunden zusammenwirken, stark werden. Sie entwarf einen "Läufer" auf einem 150 Jahre alten Leinen, auf welchem die Chronologie des Projektes sichtbar wird.

Ruth Pucher MC

Sr. Lioba OSB

Stefania Fenner-Rienzo
Mein Name ist Stefania Fenner Rienzo, ich bin Mutter, Theologin und 34 Jahre alt. Von ganzem Herzen unterstütze ich den Wunsch von Kirche mit* den Frauen, „dass Männer der Kirche in Zukunft nicht mehr ohne Frauen über deren Stellung, Rolle und Funktion einerseits und über die Belange der Kirchen im Allgemeinen andererseits nachdenken und entscheiden.“!

Beiträge im Mai 2015 unter dem Titel "Wiborada"

Susann Schüepp

Thomas Villiger

Urban Fink, Kernteam
Redaktionsleiter der Schweizerischen Kirchenzeitung (Luzern)

Paulus schreibt in seinem Brief an die „Heiligen in Ephesus, die an Jesus Christus glauben“: „Ihr seid also jetzt nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes“ (Eph 2,19). – Ich mache beim Projekt „Kirche mit den Frauen“ mit, damit es in unserer Kirche zukünftig auch heisst: Mitbürgerinnen und Hausgenossinnen.
Die Fusswallfahrt nach Rom, während der nicht nur die vier Pilgernden zu Fuss einen langen Weg auf sich nehmen, sondern die auch uns in Bewegung bringen will, ist ein Hoffnungsprojekt. Mit dem Papst und mit der Kirche wollen wir uns auf den Weg machen zu einer Kirche mit mehr Gemeinschaft, mit mehr Partizipation, unter Einbezug der Frauen, die in vielem noch ausgegrenzt werden. Das Projekt fasziniert mich, weil nicht konkrete Forderungen erhoben werden, was nur zu kirchenpolitischen Auseinandersetzungen führen würde, sondern ein Grundanliegen zur Sprache gebracht wird, das nur in einem gemeinsamen Aufbruch umgesetzt werden kann. Damit wird das Projekt der beständigen Aufforderung von Papst Franziskus gerecht, an die Ränder von Kirche und Welt zu gehen. Wer am Rande ist, soll den Weg in die Mitte ermöglicht, was jetzt vielleicht noch abstrakt tönt, soll konkret werden!

Urs Winter

Ursula Diermeier CJ

Veronika Bachmann

Willi Anderau, Redaktionsteam
Jg. 1943. Kapuziner, studierte Theologie und Journalistik. Verschiedene Aufgaben in der Seelsorge und Medienarbeit der Kirche.

Die Kirche ist gerade dabei, das Evangelium bezüglich der Frauenfrage in die heutige Zeit zu übersetzen. Ein harziger und längerer Prozess. Es braucht wohl noch etwas Zeit, bis die  Menschwerdung (nicht Mann-werdung) Jesu auch in unsere Kirche konsequent ankommt. Die Männer haben da eine Bringschuld. Wo es möglich ist, leiste ich dazu gerne einen Beitrag.

Willi Bruners

Wunnibald Müller
Leiter des Recollectio-Hauses, Theologe, Psychotherapeut, Veröffentlichungen im Bereich Spiritualität und Lebenshilfe.