Das Projekt

Papst Franziskus setzt schlichte Zeichen. Er bewirkt, dass viele Menschen in und ausserhalb der Kirche aufhorchen, ja aufatmen. Seine Worte und Gesten rühren an und erinnern an das Wesentliche des christlichen Glaubens. Er nährt die Hoffnung auf ein menschlicheres Gesicht der Kirche. Dabei kritisiert er Selbstbezogenheit und ruft auf zu einer Kirche, die auf dem Weg ist. Eine Kirche, die „aus sich selbst herausgeht“ (EG 21).

„Für eine Kirche mit den Frauen“

Viele Frauen fühlen sich in unserer Kirche fremd, nicht ernst genommen oder unwillkommen, weil sie zu wenig in verantwortlichen Gremien eingebunden werden oder an Entscheidungsprozessen kaum beteiligt sind. Diese Anliegen von vielen liegen zuoberst in unseren Rucksäcken.

Wir wollen diese Anliegen beim Papst deponieren. Wir wünschen uns, dass Männer der Kirche in Zukunft nicht mehr ohne Frauen über deren Stellung, Rolle und Funktion nachdenken. Und nicht mehr ohne Frauen über die Belange der Kirche entscheiden.

Zwei Monate unterwegs nach Rom

Dafür setzten wir ein Zeichen und pilgerten im Mai und Juni 2016 „Für eine Kirche mit den Frauen“ nach Rom. Wir nahmen 1'000 Kilometer unter die Füsse, für das Miteinander von Männern und Frauen auf allen Ebenen. Für eine geschwisterliche und dialogische Kirche.

Hier können Sie den Projektbeschrieb als PDF herunterladen.

Prominente Stimmen zum Projekt

Karin Keller-Sutter, Ständerätin

Sehr geehrte Frau Aepli
Erlauben Sie mir, dass ich Ihnen als Frau und Katholikin auf diesem Weg herzlich für Ihr grosses Engagement zu Gunsten der Frauen in der Kirche danke. Ihre Pilgerreise konnte zwar nicht mit einem Besuch beim Papst abgeschlossen werden. Dies war nach all den Strapazen, die Sie auf sich genommen haben, sicherlich eine gewisse Enttäuschung. Diese Wertschätzung hätten Sie und Ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter mehr als verdient gehabt. Es ist mir deshalb ein Anliegen, Ihnen zu sagen, dass sie viele Menschen gedanklich begleitet haben und dass Sie über einen grossen Rückhalt in der kirchlichen Basis verfügen. Sie haben mit dieser Reise zu Recht viel Aufmerksamkeit für die Sache der Frau erhalten. Und wenn sich dann tatsächlich einmal etwas ändert, dürfen Sie für sich in Anspruch nehmen, auch einen Beitrag geleistet zu haben. Auch in der Kirche gilt die Politik der kleinen Schritte.
Ich bitte Sie, meinen Dank auch an Ihre Begleiterinnen und Begleiter weiterzuleiten. Ich wünsche Ihnen alles Gute und danke nochmals herzlich. Karin Keller-Sutter

Viola Amherd, Nationalrätin

Frauen leisten in der Kirche unverzichtbare Arbeit. Wer sich einsetzt, soll ernst genommen und in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Kurz: Frauen gehören ins Haus – ins Rathaus, ins Bundeshaus, ins Gotteshaus! Deshalb unterstütze ich das Projekt „Für eine Kirche mit* den Frauen“.

Micheline Calmy-Rey, alt Bundesrätin

Glaube ist keine Frage des Frauseins oder des Mannseins. Er ist der Ausdruck des Vertrauens, dass alle Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht, von Gott geliebt sind. Die katholische Kirche bildet diese Gleichberechtigung von Frau und Mann an ihrer Spitze nicht ab. Deshalb unterstütze ich das Projekt „Für eine Kirche mit* den Frauen“. Ich bewundere die Frauen und Männer, die aus Liebe zu ihrer Kirche 1000 Kilometer zu Fuss unterwegs waren, um sich für mehr Gleichberechtigung in ihrer Kirche einzusetzen. Diese Frauen sind für mich Vorbilder eines notwendigen Engagements, einer Einmischung aus Durst nach Gerechtigkeit und Nächstenliebe. Ich bete dafür, dass der Papst die Pilgerinnen empfangen und ihr Anliegen hören wird.

Thierry Carrel, Herzchirug am Inselspital Bern

Die Kirche darf als schützende Mutter unseres Glaubens bezeichnet werden. Es wäre wünschenswert - wenn nicht höchste Zeit -, dass die Frauen (gewissermassen die Nachkommen von Gottesmutter Maria) einen gebührenden Platz mit den entsprechenden Funktionen in der heutigen Kirche erhalten würden.

Christian Cebulj, Rektor der Theologischen Hochschule Chur

Der Pilgertag in Rom war ein eindrucksvolles Erlebnis. Während der Eröffnungsfeier in Sta Maria del Popolo wurde mir vor Caravaggios berühmter "Bekehrung des Saulus" nochmals deutlich, dass ein künftiges gleichberechtigtes Miteinander von Frauen und Männern im Volk Gottes wirklich ein Prozess der Umkehr ist, der Zeit braucht. Paulus war auch erst einmal mit Blindheit geschlagen (Apg 9,9), bevor ihm "wie Schuppen von den Augen fiel" (Apg 9,18), was sein Auftrag ist.

Und beim Schlussgottesdienst im Petersdom dachte ich mir: Wenn "Dezentralisierung" ein Schlüsselwort im Pontifikat von Papst Franziskus ist, dann sollte das nächste Pilgerprojekt von Kirche-mit* eine Ortskirche zum Ziel haben, im Zentrum waren wir ja jetzt schon...

Ida Glanzmann, Nationalrätin

Als Politikerin unterstütze ich es, dass sich mehr Frauen in der Kirche engagieren.

Sr. Ingrid Grave, Dominikanerin:

Seit gut fünf Jahrzehnten – mein ganzes Erwachsenenleben lang – sind vonseiten der Frauen unsagbar viele Vorstösse unternommen worden, in der Kirche die volle Gleichberechtigung zu erreichen. Nur wenig hat sich bewegt. Ich finde mich nicht ab mit den sich stets wiederholenden Beteuerungen führender Kirchenmänner, wie wichtig ihnen die Frauen in der Kirche sind. Ich möchte Taten sehen, keine väterlichen Trostworte und Beschwichtigungen.

Ich halte es für sehr problematisch, dass Frauen in der Kirche sich mit Positionen begnügen müssen, welche die Männer ihnen übrig lassen. Es ist sehr schmerzlich, wenn Frauen daran gehindert werden, ihre Berufung zu leben. Und ein grosser Verlust für die Kirche.

Brigitte Häberli, Ständerätin

Ich unterstütze das Projekt, weil die Frauen für die Zukunft der Kirche unverzichtbar sind.

Josef Hochstrasser, reformierter Pfarrer, Hitzfeld-Biograph:

Schon Jesus von Nazareth hat auf mutige Frauen gesetzt. Jetzt sind wieder mutige Frauen unterwegs. Auch Papst Franziskus wird auf sie setzen.

Werner de Schepper, Chefredaktor Schweizer Illustrierte

Ich unterstütze das Projekt, weil eine Kirche ohne Frauen keine Kirche - keine für alle zugängliche Tischgemeinschaft mehr wäre, sondern eine obskure Männersekte. Für jede Frau ist Kirche heute problematisch, weil sie nur Ihre (meist Gratis-)Arbeit gefragt ist, aber nicht ihre Stimme und Mitbestimmung. Möge der Weg der Frauen vom Rand ins Zentrum die Augen der Mächtigen im Zentrum öffnen. 

Barbara Schmid Federer, Nationalrätin

Ich bin überzeugt, dass mehr weibliches Mitspracherecht in der katholischen Kirche für die Kirche selbst eine Bereicherung wäre. Deshalb unterstütze ich das Projekt „Für eine Kirche mit *“.